Erklärung

In meiner kreativen Praxis entwickle ich eine visuelle Sprache, die Fragmente der äußeren Umgebung in innere Landschaften von Erinnerung und Wahrnehmung verwandelt. Meine Arbeit kartografiert subjektive emotionale Zustände und kulturell verwurzelte Spuren, anstatt die Realität abzubilden. Jedes Gemälde funktioniert als mentale Konstruktion, die widerspiegelt, wie Raum emotional, historisch und psychologisch erfahren wird, ohne spezifische Orte oder Narrative zu referenzieren. In einer Ära des konstanten Informationsflusses fasziniert mich die Frage, wo Erinnerung verweilt und was aus den Spuren wird, die wir bewahren oder hinterlassen, und übersetze diese Eindrücke in abstrakte Kompositionen, die als visuelle Felder der Erinnerung fungieren.

Durch den Akt der Malerei erforsche ich die vielschichtige Natur der Wahrnehmung und die Spannung zwischen der gebauten Umwelt und der inneren Welt. Meine Praxis folgt der Logik von Collage und Décollage: Ich sammle und verschiebe Fragmente urbanen Raums, architektonische Rhythmen und kulturelle Spuren.

Ein wichtiger Aspekt meiner Arbeit ist die Verwendung von verschlüsselten Gemäldetiteln, basierend auf der Transliteration hebräischer Wörter und ihrer numerischen Werte. Verweise auf das hebräische Alphabet bieten einen Rahmen und dienen als Erinnerung an die Bedeutung von Genauigkeit bei der Übertragung von Informationen, was die Tradition der Tora-Transkription widerspiegelt, bei der selbst ein einziger Fehler einen Text ungültig machen könnte. Dieses Modell der disziplinierten Bewahrung steht im Gegensatz zum Zeitalter der künstlichen Intelligenz, wo Informationen leicht verändert und Wahrnehmungen schnell beeinflusst werden können, was zu einem fragmentierten Verständnis der Welt führt.

Durch die Entwicklung einer persönlichen Sprache aus Textur, Form, Linie und Materialität wirken die fragmentierten Elemente in meiner Arbeit als Metaphern, die die Betrachter einladen, emotionale, räumliche oder kognitive Assoziationen zu interpretieren. Jedes Gemälde wird zu einer Karte der Präsenz – eine nonverbale Reflexion darüber, wie Raum erfahren und transformiert wird – und bietet visuelle Referenzpunkte, durch die fragmentierte Landschaften des zeitgenössischen Bewusstseins navigiert werden können.